Aktionstage in Nürnberg

Die Mieten steigen! Was macht die Stadt? Privatisierung!

Wohnen ist für viele Menschen ein Luxusgut geworden. Dabei gibt es eigentlich genug Wohnungen, modern und in bester Lage, sie sind nur nicht bezahlbar. Wie kann das
sein, wo Deutschland doch ein ach so reiches Land ist?

Tatsächlich haben manche Menschen so viel Geld, dass sie es „für sich arbeiten
lassen“ können. Damit es dies aber auch dann tut, wenn die Zinsen auf der Bank
gegen Null gehen, investieren diese Menschen in ergiebigere Bereiche. Und da nun
einmal jeder irgendwo wohnen muss, ist die Miete ein sicheres Geschäft. Diese Art auf
Kosten der breiten Masse der Nicht-Vermögenden zu leben, wird von den Befürwortern
des freien Wohnungsmarktes mit Begriffen wie „Betongold“ beworben.
Privatisierung stoppen!

Bürgermeister Maly (SPD) ist einer dieser Befürworter. Anders ist die Wohnungspolitik
der sozialdemokratischen Stadtspitze nicht zu erklären. Erst letztes Jahr beschleunigte
sie diese Entwicklung mit zwei großen Schritten: Zum einem beschloss die Stadt 200
Wohnungen, welche sich in ihrem direkten Besitz befinden zu privatisieren [1]. Bei der
in Nürnberg durchschnittlichen Wohnungsgröße von 74,6 qm [2], ist dies eine Wohnfläche von 14.920 qm.

Das entspricht gut und gerne der dreifachen Größe des Nürnberger Hauptmarktes [3]. Zum anderen wurde der jahrelange Ausverkauf städtischen Baulands fortgesetzt und das 2000 qm große Tafelgelände im Stadtteil Schoppershof an die rücksichtslosen Immobilienhaie der GBW Patrizia verschleudert [4] – ganz zu Schweigen vom Quelle
Gelände, bei der das einzige Interesse des Investors Sonea Sierra zu sein scheint, mehr Spekulationsfläche zu besitzen. Hier nutzte die Stadt nicht die Gelegenheit, ein riesiges Gelände zu erwerben, das Raum für Wohnungen, Kultur und öffentliche Einrichtungen hätte bieten können. Das kann nicht sein! Keine Rendite mit der Miete!

Wohnraum muss für alle Menschen da sein und nicht nur für diejenigen, die es sich
leisten können. Es kann nicht sein, die klammen kommunalen Kassen mit Leihgebühren für die Stadtbibliothek und den Ausverkauf der letzten kommunalen Wohnungen aufzubessern und zeitgleich Millionen in die Bewerbung um den Titel „Kulturhauptstadt“ zu stecken. Eine Kulturhauptstadt, in der Tausende Menschen keine bezahlbare Wohnung finden und bei der Bildung zur Kasse gebeten werden, ist eine Farce.

Mietenwahnsinn stoppen!

Um der Wohnungsnot tatsächlich etwas entgegen zu setzen, muss die Koppelung von
Wohnen an Profit ein Ende haben. Es kann nicht sein, dass mit Mieten Renditen zu
machen sind und Mieter aus ihrem Einkommen hohe Gewinne für Wohnungseigen-
tümer und Investoren bezahlen.. Es kann nicht sein, dass selbst Genossenschaften
mittlerweile gewinnorientiert wirtschaften können. Nicht-profitorientierter Wohnraum
muss her und dafür hätten die 200 Wohnungen der Stadt Nürnberg der Beginn eines
Modellprojekts sein können.

Die AG Wohnen des Sozialforums Nürnberg diskutiert und arbeitet zu der Frage, wie
für alle ausreichende und bezahlbare Wohnungen geschaffen werden können. Neben Aktionen wie der heutigen, treffen wir uns monatlich im Nachbarschaftshaus Gostenhof, meistens am zweiten Montag um 20:00 Uhr. Bei Rückfragen oder Interesse sind wir außerhalb unserer Treffen auch über die E-Mail-Adresse sozialforum-nuernberg@web.de zu erreichen.

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