Aktionstag in Frankfurt a. M.: Verleihung des Preises „Frankfurter Betongoldhäuschen“

„Frankfurt sucht den Superstar“ in Sachen MieterInnenverdrängung

Samstag, 9.9.2017, 14Uhr, Römerberg

Die erste Verleihung des Preises „Betongoldhäuschen“ durch Aktive aus Mieterinitiativen vor gut zwei Jahren schlug hohe Wellen im medialen Sommerloch. Der auserkorene Preisträger, ABG-Chef Junker, wollte den Preis erst gar nicht annehmen, er war beleidigt; CDU und GRÜNE waren empört über OB Feldmann, weil der von der Bühne eines ABG-Sommerfests in Ginnheim die Preisrede vorgelesen hatte. Damit wollte Feldmann die anwesenden MieterInnen beschwichtigen, nachdem ein Hilfssheriff der ABG einer Aktivistin der Mieterinitiative, die gerade zum Verlesen der Preisrede ansetzte, das Mikrophon rüde entrissen hatte. Ja, mit Gerangel auf der Bühne fing alles an. Heute hat das legendäre „Betongoldhäuschen“ von 2015 seinen verdienten Platz im Stadtmuseum gefunden und soll dort symbolisch für Mieterproteste der letzten Jahre stehen.

Aber die MieterInnenproteste sind nicht symbolisch im Museum geendet. Sie fangen gerade erst an. Und deshalb haben sich zahlreiche MieterInnen-Initiativen entschlossen, die gute Tradition der Preisverleihung in diesem Jahr wieder aufzunehmen. Und laden zur Verleihung des Preises „Frankfurter Betongoldhäuschen“ am 9.9.2017 ab 14 Uhr auf dem Römerberg ein.

Initiativen aus verschiedenen Stadtteilen werden dort potentielle Preisträger vorstellen, die sich im letzten Jahr um die Weiterentwicklung Frankfurts zur Finanzmetropole und die Vertreibung von MieterInnen besonders verdient gemacht haben. Das können Großinvestoren sein, die das Europa-Viertel mit Luxusimmobilen auf ehemals öffentlichem Grund und Boden vollstellen – oder die größte bundesdeutsche Wohnungsbaugesellschaft Vonovia, die ihren MieterInnen mit Luxussanierung an die Gurgel geht – oder Akteure wie die Immobiliengesellschaft GSP, die gerade den Wohnturm „Grand Tower“  mit „hängenden Gärten“ für Gutbetuchte hochzieht – oder der ganz gewöhnliche Eigentümer von 2, 3 Mietshäusern, der nach „klassischer Art“ des Häuserkampfs der 70er und 80er Jahre den MieterInnen die Heizungen und Toiletten zerkloppt, um sie nachhaltig zum Auszug zu motivieren. Sie alle sind äußerst betongoldverdächtig. Die Frankfurter Mieterinitiativen werden im Vorfeld der Preisverleihung einige der favorisierten Bewerber an ihren Orten besuchen und diese mit Plakaten, Transparenten, Sprühkreide etc. markieren.

Zur Preisverleihung sind alle herzlich eingeladen. Die Ermittlung der Sieger im „Ranking“  wird strikt basisdemokratisch und partizipativ gestaltet; alle Anwesenden können an der Abstimmung teilnehmen, um den wahrlich würdigen Preisträger zu ermitteln, damit es am Ende heißt: „The Winner is …!“  Aber eines wissen wir auch: Erst die jahrzehntelange Politik der Frankfurter Magistrats macht den aktuellen Betongoldaktivismus der Immobilieninvestoren möglich, der Wohnen in der Stadt zum Luxus werden lässt.

Eine Aktion der Initiative „Mietenwahnsinn stoppen!“ – ein bundesweit aktiver Zusammenhang von MieterInnen_initiativen  aus Anlass der Bundestagswahlen 2017

mehr Infos: https: Betongold Frankfurt. Wer hats verdient?

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